Drosophila melanogaster

Drosophila melanogaster ist der lateinische Begriff für die Schwarzbäuchige Taufliege. Übersetzt bedeutet Drosophila melanogaster „Liebhaber des Taus“. Sie ist auch landläufig bekannt als gemeine Fruchtfliege und in den meisten Haushalten wohl bereits ein ungebetener Gast gewesen, vor allem, wenn fauliges Obst offen in der Küche herumliegt.

Nachstehend erfahren Sie alles Wissenswerte über das kleine Insekt. Angefangen mit dem Aussehen und dem Verbreitungsgebiet, über den Lebensraum und die Lebenweise, bis hin zur Fortpflanzung und der Bekämpfung.

Was ist die Drosophila melanogaster überhaupt?

Bei der Drosophila melanogaster handelt es sich wie bereits erwähnt um die Schwarzbäuchige Taufliege. Sie gehört zur Familie der Taufliegen und der Klasse der Insekten. Es ist ein sehr kleines, geflügeltes Insekt, was sich sehr schnell vermehrt und verbreitet. Es gibt weltweit mehr als 3.000 verschiedene Arten. Etwa 50 davon sind in Deutschland beheimatet.

Die meisten von uns kennen sie unter dem Begriff „Fruchtfliege“ und als lästiges kleines Insekt, was sich gerne im Umkreis von offenliegenden Lebensmitteln herumtreibt und besonders fauliges Obst bevorzugt.

Wie sieht die gemeine Fruchtfliege aus?

Drosophila Melanogaster im Wald
Drosophila Melanogaster im Wald

Die Fruchtfliege ist extrem klein und erreicht eine Körperlänge von etwa 2,5 mm und eine Körperbreite von 2,0 mm. Die weiblichen Exemplare sind etwas größer als die männlichen.

Die Drosophila melanogaster ist mit einem Chininpanzer ausgestattet und hat insgesamt drei Beinpaare. Sie ist meist gelb-braun gefärbt und hat einen runden Kopf mit Facettenaugen. Daneben hat die Fruchtfliege noch drei weitere Augen und kleine Fühler. Der Bauch ist gestreift und an der Brust befindet sich ein Flügelpaar.

Männliche Fruchtfliegen haben am Ende des Abdomens eine schwarze Pigmentierung. Der Thorax ist zudem mit den Überbleibseln früherer Flügel versehen. Es handelt sich hierbei auch um Schwingkölbchen oder Halteren.

Daneben hat die Drosophila melanogaster ein Mundwerkzeug, was speziell für den Verzehr von Flüssigkeiten entwickelt ist.

Das Verbreitungsgebiet der Drosophila melanogaster

Die Drosophila melanogaster ist grundsätzlich auf dem gesamten Erdball zu finden – außer in der Region der Antarktis. Ihren natürlichen Lebensraum haben die Fruchtfliegen in den Tropen der Alten Welt. Weiter lebt sie aber auch in gemäßigteren Zonen, in Laubwäldern oder an Waldrändern.

Voraussetzung für ihr Überleben ist vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit sowie warme Temperaturen. Besonders der Nachwuchs steht in einer hohen Abhängigkeit zu einem feucht-warmen Klima. Erwachsene Fruchtfliegen können auch kältere Temperaturen überstehen. Das Nahrungsvorkommen ist hier jedoch nicht gewährleistet, so dass die Überlebenschancen wieder sinken.

Besonders in der Nähe von Menschen haben die Schwarzbäuchigen Taufliegen hohe Überlebenschancen und überleben sogar kältere Winter, da sie sich dem Schutz der Häuser aussetzen und dort meist mit ausreichend Nahrung versorgt sind.

Der Lebensraum der Drosophila melanogaster

Die ausgewachsenen Insekten ernähren sich in erster Linie von gärenden Stoffen. Daher findet man die Drosophila melanogaster besonders häufig in der Nähe von Obst, Fruchtsäften, Essig, Bier, Wein, Küchenabfällen, Kompost und fauligem Obst. Auch geöffnete Flaschen mit Getränkeresten bieten einen optimalen Lebensraum an. Hier finden die Fruchtfliegen ihre optimale Brutstätte für die Larven.

Die durchschnittliche Brutzeit der Insekten liegt hier bei nur 10 Tagen. Da die Drosophila melanogaster sich sehr schnell vermehrt, können schon innerhalb von 30 Tagen Millionen von Fruchtfliegen entstehen.

Um ihre Brutstätten zu finden, suchen sich die Obstfliegen entsprechende Orte wie Küchen, Lagerräume, Keltereien und Brauereien sowie Abfalllagerungen.

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Die Lebensweise und Ernährung der Fruchtfliegen

Die Drosophila melanogaster ist keine sehr komplexe Insektenart. Sie konzentriert sich einzig und allein auf die Suche nach einer geeigneten Brusttätte und Nahrungsquelle. Hierzu nutzt sie ihren Geruchssinn. Dieser signalisiert ihr, wo sich die Nahrungsquellen befinden.

Auch bei der Paarung legt die Fruchtfliege eine simple Paarungsweise an den Tag und paart sich ungefiltert mit dem anderen Geschlecht. Wie viele andere Insekten auch werden die Fruchtfliegen von Lichtquellen magisch angezogen und fliegen immer zu dem hellsten Punkt.

Auf ihre Umgebung reagieren sie zum einen durch Impulse ihrer feinen Härchen, die sich auf dem Rücken befinden und schon kleinste Luftströme bemerken. Zum anderen sind auch die Augen sehr lichtempfindlich und nehmen schon kleinste Veränderungen, Bewegungen und Schatten wahr. Sobald die Fliege eine Bewegung wahrnimmt, folgt sie einem instinktiven Impuls und fliegt davon.

Wie pflanzt sich Drosophila melanogaster fort?

Drosophila Melanogaster bei der Paarung
Drosophila Melanogaster bei der Paarung
Sarefo [CC BY-SA]

Die Fruchtfliegen brauchen nur kurze Zeit, um sich fortzupflanzen. Innerhalb weniger Wochen kann ein einzelnes Fruchtfliegenpaar für hunderte Nachkommen sorgen.

Die Reproduktion erfolgt durch Paarung von Männchen und Weibchen. Anschließend legt das Weibchen Eier. Hierfür sucht es sich vornehmlich Obst aus. Die Larven können dann nach dem Schlüpfen den Obstsaft konsumieren. Bis zur Entstehung einer adulten Fruchtfliege muss das Tier drei Phasen durchlaufen. Dabei geht aus der Larve durch Metamorphose eine Puppe hervor, aus welcher anschließend die Fruchtfliege schlüpft.

Gesteuert wird dieser Prozess durch Hormone. Aus der Puppe schält sich die Larve durch mehrere Häutungen. Gleichzeitig werden Verdauungssäfte abgesondert, die die Larve bis auf wenige Zellen zersetzen. Aus diesen übrig gebliebenen Zellen entsteht die adulte Fliege, welche bereits nach 12 Stunden geschlechtsreif wird.

Welchen Schaden können sie anrichten und wie können sie bekämpft werden?

Die Drosophila melanogaster gehört in den Augen vieler Menschen zu den Schädlingen, da sie durch ihre Lebensweise und ihr Fortpflanzungsgebähren Krankheiten übertragen können. Da sich Fruchtfliegen auf Nahrungsmittel konzentrieren und dort ihre Eier ablegen, besteht die Gefahr der Übertragung von Bakterien, Keimen und Krankheitserregern.

Auch verbreiten die Tiere Essigbakterien und Hefepilze. Dies wiederum fördert den Verderb von Lebensmitteln zusätzlich. Daher ist es wichtig, auftretende Obstfliegen direkt zu bekämpfen und eine Vermehrung zu verhindern.

Vorbeugende Maßnahmen

Grundsätzlich kann man sich vor der Drosophila melanogaster durch Prophylaxe schützen und verschiedene Vorkehrungen treffen. Dies bedeutet, dass man vor allem Obst, aber auch andere schnell verderbliche Lebensmittel immer gut verschlossen aufbewahrt, so dass die Fruchtfliegen gar nicht erst die Möglichkeit bekommen, sich darauf nieder zu lassen. Verdorbenes Obst sollte unverzüglich in der Mülltonne landen.

Aber auch hier können sich die kleinen Insekten niederlassen. Daher ist besonders bei Mülleimern und Mülltonnen dafür zu sorgen, dass diese immer gut verschlossen sind und der Hausmüll regelmäßig entsorgt wird. Zudem kann man Küchenabfälle zusätzlich in Zeitungspapier einwickeln. Die Fenster kann man mit Fliegengittern versehen, so dass die Insekten nicht von außen eindringen können.

Mehr Informationen zur Vorbeugung

Bekämpfungsmaßnahmen

Doch nicht immer sind diese Maßnahmen ausreichend, und es kommt trotz größter Vorsicht zu einem Fruchtfliegenbefall. Dann ist es ratsam, schnell zu handeln.

Hierzu kann man zum einen zu UV-Lampen greifen. Diese sind umweltfreundlich und eigenen sich besonders für den Einsatz in lebensmittelverarbeitenden Betrieben. Die Obstfliegen werden von dem Licht angelockt. Auf der Lampe befindet sich eine Klebefolie, auf welcher die Fliegen haften bleiben.

Gleiches gilt für sogenannte Gelbfallen. Diese Klebestreifen kann man einfach im Raum aufhängen und die Fliegen bleiben dort kleben, wenn sie sich niederlassen. Aber auch Fliegenfallen, Fliegenstrips oder Insektensprays eignen sich sehr gut dazu, Fruchtfliegen abzutöten.

Manche Fruchtfliegenfallen arbeiten auch mit einem Lockstoff auf Fruchtkonzentratbasis, Obstessig oder Pheromonen. Auch hier wird in Kombination mit einer Klebehaftung gearbeitet. Als Kleber eigenen sich vor allem Harze, Fette und Öle.

Alle möglichen Nahrungsquellen sollten gleichzeitig beseitigt werden, so dass den Fliegen die Grundlage für die Fortpflanzung genommen wird. Die erfolgreiche Bekämpfung der Fliegenplage kann so schon innerhalb mehrerer Tage geglückt sein. Sollte die Plage einmal überhand nehmen, so kann man einen Großteil der Fliegen auch fangen, z. B. mit dem Staubsauger.