Fruchtfliegen als Futtertiere für Reptilien und Fische züchten

Den meisten sind die kleinen Fruchtfliegen sicher als lästige Plagegeister in unseren Wohnungen ein Begriff. Besonders im Spätsommer und Herbst, fallen sie über das Obst her und stellen unsere Nerven immer wieder auf die Probe.

Doch fernab vom alljährlichen Kampf gegen die Fruchtfliegen, werden sie sehr gerne als Futtertiere für Reptilien und Fische verwendet.

Dabei sind die kleinen Fliegen nicht nur bei Reptilien oder Fischen eine gern gesehene Delikatesse, auch Frösche oder Gottesanbeterinnen lassen sie sich gerne schmecken. Deshalb werden Fruchtfliegen häufig von deren Besitzern gezüchtet und als lebend Futtertiere zur Fütterung verwendet.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie selbst Fruchtfliegen züchten können und welche Methoden besonders erfolgsversprechend sind, dann sind Sie hier genau richtig.

Welche Arten von Fruchtfliegen eignen sich für die Zucht?

Neben der flugfähigen Wildform von Drosophila melanogaster, werden die flugunfähigen Zuchtformen von D. melanogaster und Drosophila Hydei zur heimischen Zucht eingesetzt. Dabei erleichtert die Flugunfähigkeit die Handhabung der Tiere enorm und es schwirren nicht ständig entkommene Fruchtfliegen durch den Raum.

Die Flugunfähigkeit der Tiere geht aber auf Kosten der Fortpflanzungsfähigkeit. Die flugfähige Wildform ist nach 1 Woche voll entwickelt. Bei der flugunfähigen D. melanogaster dauert es bereits 2 Wochen und bei D. Hydei 3 Wochen, bevor die Fliegen vollständig entwickelt sind und als Lebendfutter eingesetzt werden können.

Die Generationszeit der Fruchtfliegen ist aber auch von der Temperatur abhängig. Diese sollte bei 25°C liegen. Bei dieser Temperatur sind die Fruchtfliegen-Weibchen am produktivsten und können 24h nach der Paarung bis zu 400 Eier legen. Ab einer Temperatur von 30°C werden die Weibchen hingegen unfruchtbar und bei zu niedrigen dauert die Zucht zu lange.

Nach dem Schlüpfen der Fliegen, sollten Sie die Zucht aber kühler lagern. Fruchtfliegen leben nämlich bei einer Temperatur von um die 10°C ungefähr 200 Tage und bei einer Temperatur von 20°C nur noch 70 Tage.

Sie wollen Fruchtfliegen züchten? Dann holen Sie sich doch Drosophila Zuchtansätze*, mit denen Sie Ihre eigene Zucht beginnen können.

Rezepte und Ansatz

Sind die Zuchtansätze mit den flugunfähigen Tieren bei Ihnen eingetroffen, geht es darum den Bestand zu vergrößern. Dazu müssen Sie einen eigenen Zuchtansatz starten, wofür es verschiedene Rezepte gibt.

In den meisten Rezepten wird Hefe zu den Zuchtsubstrat hinzugegeben. Dies liegt daran, dass sich die Maden gerne von den Hefezellen ernähren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Hefezellen noch leben oder bereits tot sind. Es gibt aber auch andere Rezepte, bei denen auf den Zusatz von Hefe verzichtet wird. Diese Methoden funktionieren ebenfalls sehr gut und haben den großen Vorteil, dass der starke Eigengeruch der Hefe vermieden wird.

Neben dem richtigen Rezept für das Zuchtsubstrat, kommt es auch auf die Behälter an, in denen das Substrat und die bereits frisch geschlüpften Fruchtfliegen gefüllt werden.

Hier nehmen Sie am besten große Weckgläser. In die Weckgläser füllen Sie dann den Futterbrei. Auf den Futterbrei legen Sie etwas Holzwolle, damit die flugunfähigen Fruchtfliegen etwas Auslauf haben. Das Glas verschließen Sie anschließend mit einem Nylonstrumpf oder mit einer Leinendecke. Wichtig ist hier nur, dass ein ausreichender Luftaustausch stattfinden kann und die Tiere nicht irgendwann ersticken.

Der fertige Ansatz sieht dann ungefähr so aus:

Fruchtfliegen züchten: Der fertige Zuchtansatz

Fruchtfliegen züchten: Der fertige Zuchtansatz
By Pogrebnoj-Alexandroff (Own work) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Eine ausführliche Bilderserie und Beschreibung zum Zuchtansatz finden Sie auf der Seite der Afizucht.

Worauf müssen Sie bei der Zucht besonders achten?

Wenn Sie Fruchtfliegen züchten möchten, sollten Sie auf einige Dinge besonders achten:

  • die richtige Menge Brei im Glas
  • die richtig Temperatur für die Zucht
  • die richtige Menge an Fruchtfliegen im Zuchtansatz

Generell gilt, dass die Menge der Fruchtfliegen an die Menge des Futterbreis angepasst werden muss. Ansonsten sollten Sie Ihre eigenen Erfahrungen beim Fruchtfliegen züchten machen.

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