Trauermücken bekämpfen: Hilfreiche Tipps um Trauermücken loszuwerden

Trauermücken sind besonders in der Wohnung lästig und können zudem Ihre Zimmerpflanzen schädigen. Aber auch in der Landwirtschaft können die Larven der Trauermücken großen Schaden anrichten, da sie sich von den Wurzeln der Pflanzen ernähren und das Wachstum dieser stark beeinträchtigen. Oft schädigen Sie das Wachstum so sehr, dass die Pflanze nicht mehr genügend Nährstoffe aus dem Boden entnehmen kann und eingeht. Um dies zu verhindern ist eine rechtzeitige Bekämpfung der Trauermücken notwendig.

Oft werden jedoch falsche Maßnahmen zur Bekämpfung der Mücken eingeleitet, da sie häufig mit Fruchtfliegen verwechselt werden. Deshalb sollten Sie die Unterschiede zwischen den beiden Insektenarten kennen, um eine genaue Bestimmung durchzuführen und die geeigneten Mittel zur Bekämpfung einzusetzen. Auf die Unterschiede geht der nachfolgende Artikel ein. Zusätzlich werden ausführlich geeignete Maßnahmen zum erfolgreichen Trauermücken bekämpfen vorgestellt.

Trauermücken – Was unterscheidet sie von der Fruchtfliege und wie gelangen sie in die Wohnung?

Unterschiede zwischen der Trauermücke und der Fruchtfliege sind durchaus erkennbar. Die mit einer Größe von vier bis sieben Millimeter erwachsenen Trauermücken besitzen lange Fühler, Flügel und Beine. Ihr Flugverhalten ist gegenüber der im Zickzack fliegenden Obstfliege eher schwerfällig, dafür jedoch geradlinig. Das sicherste Erkennungsmerkmal für eine Trauermücke (Sciaridae) ist ihr Aufenthaltsort. Während sich die Fruchtfliege meist in der Nähe von Essensresten oder faulem Obst aufhält, ist die Trauermücke auf Pflanzen und im feuchten Substrat von Blumentöpfen zu finden. Die Blumenerde wirkt für die Trauermücke sozusagen wie ein Magnet. Dabei ist es nicht die Mücke selbst, sondern deren Larven, die den Pflanzen enorme Schäden zufügen.

Fruchtfliege und Trauermücke im Vergleich:

Die Fruchtfliege (Drosophila melanogaster)

Die Fruchtfliege (Drosophila melanogaster)
von John Tann from Sydney, Australia (Fruit fly) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Trauermücken bekämpfen: Eine weibliche Trauermücke

Eine weibliche Trauermücke
von EBKauai [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Für die kleinen Plagegeister finden sich mehrere Wege, um in einen Haushalt und somit zu den Zimmerpflanzen zu gelangen. Es passiert nicht selten, dass selbst beim Kauf von Zimmerpflanzen bereits Eier oder Larven in der Blumenerde vorhanden sind, die mit nach Hause „getragen“ werden. Voller Freude wird dann das Gewächs auf die Fensterbank gestellt, um das üppige Blühen nicht zu verpassen. Doch stattdessen setzt ein reger Flugverkehr ein. Auch Pflanzen, die zum Überwintern ins Haus gebracht werden, sollten Beachtung finden. Andererseits ist es genauso möglich, dass die Trauermücken beim Lüften der Wohnung von außen durch das geöffnete Fenster fliegen und den Blumentopf ansteuern.

Schäden durch Trauermücken

Sind die kleinen Mücken in der Wohnung, findet man sie in der Nähe von und in Blumentöpfen. Mit einem Test können Sie selbst prüfen, ob Ihre Pflanze befallen ist. Halten Sie dabei den betreffenden Blumentopf in der Hand und wackeln nur leicht! Sobald sich einige schwarze Geschöpfe erheben, haben die Trauermücken davon Besitz ergriffen. Mitunter sind sogar die hellen Larven in der Blumenerde zu erkennen.

Bei der Schädigung der Pflanzen durch Trauermücken rücken die Larven ins Visier. Diese sind es nämlich, die sich während ihrer Entwicklung zur Trauermücke schädigend auf die Pflanzen auswirken. Die in der Blumenerde vorhandenen Larven ernähren sich von den Wurzeln und Zellmaterial der jeweiligen Pflanze. Durch den Verlust der Wurzeln sind die Überlebenschancen bei Steck- und Keimlingen besonders gering. Aber auch robuste Pflanzen leiden unter einem Mückenbefall. Durch Schäden an der Wurzel können somit auch Bakterien noch leichter in die Pflanze eindringen. Typische Anzeichen für den Befall von Trauermücken zeigen sich durch Absterben von Stecklingen oder Jungpflanzen, Hohlfraß von Stängel oder durch kleine weiße Larven auf befallenen Pflanzen.

Bekämpfung der Trauermücken

Trauermücken gehören zum Alltag. Sie komplett aus unserem Leben auszuschließen, ist derzeit nicht möglich. Allerdings gibt es verschiedene Varianten von Maßnahmen, um die rasante Vermehrung der Trauermücke einzuengen und somit in einem gewissen Rahmen halten zu können.

In Wohnungen eignen sich z.B. sehr gut Gelbsticker* zur Bekämpfung der erwachsenen Trauermücken. Gelbsticker und Gelbtafeln sind im Baumarkt oder online erhältlich. Sie werden gezielt in die Erde gesteckt und ziehen die schwarzen Fliegen durch die gelbe Farbe und den aufgebrachten Lockstoff an. Durch den Klebstoff bleiben die Insekten haften und sterben. Gelbsticker und Gelbtafeln taugen jedoch wirklich nur zur Bekämpfung der erwachsenen Mücken selbst, die Schädlingslarven bleiben erhalten. Um diese erfolgreich bekämpfen zu können, eigenen sich die folgenden Maßnahmen.

Gelbsticker

Trauermücken werden durch den gelben Farbton angelockt und bleiben an der Klebefläche haften.

  • einfache Anwendung
  • ganzjährig einsetzbar
  • Für maximalen Erfolg

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Trauermücken bekämpfen mittels biologischer Maßnahmen

Einsatz von Nematoden

Nematoden zählen zur Gruppe der Fadenwürmer, die mit über 20.000 Arten auf unserem Erdball vertreten ist. Die Fadenwürmer leben hauptsächlich parasitär als natürlich vorkommende Bodenbewohner. Einige Arten werden erfolgreich für die Bekämpfung von tierischen Schadorganismen auf Pflanzen verwendet. Das Trauermücken bekämpfen mit dem Einsatz der kaum sichtbaren und ungefähr 0,8 Millimeter winzigen Nematoden*, zählt zu den effektivsten Bekämpfungsarten auf biologischem Wege.

Lesen Sie auch: Einsatz von Nematoden zur biologischen Schädlingsbekämpfung

Mit dem Gießwasser gelangen die Fadenwürmer in die Pflanzerde, dringen über die Körperöffnungen in die Larven der Mücken ein und geben ihre symbiontischen Bakterien in die Blutbahn ab. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden verendet das erste Drittel der Trauermückenlarven. Nach weiteren 10 Tagen erliegt in der Regel schon 75 Prozent der Schädlinge. Nachdem die Larven abgetötet sind, vermehren sich die Fadenwürmer, bis die Larven zersetzt sind. Nach der Zersetzung einer Larve gehen die Nematoden erneut auf Suche nach Trauermückenlarven.

Möchten Sie mit den Nematoden die Trauermücken bekämpfen, sollte die Temperatur der Blumenerde zwischen 15 – 25°C liegen und das Substrat muss ständig feucht gehalten werden. Verhindern Sie aber auf jeden Fall das übermäßige Gießen Ihrer Pflanzen während dieser Zeit, da dadruch die Nematoden ausgewachsen werden können und sich so im Topfgrund sammeln. Dort können sie aber nicht die Trauermücken bekämpfen, da sich diese in den oberen Schichten der Blumenerde aufhalten.

Verwenden sollten Sie ungefähr 0,5 Millionen Nematoden pro Quadratmeter. Hierbei handelt es sich um die gebräuchliche Konzentration an Nematoden zur Bekämpfung von Trauermücken. Sollten Sie häufiger Nematoden auf der gleichen Fläche anwenden, können Sie die Anzahl der Nematoden gut und gerne halbieren.

Nematoden

Mit der Hilfe von Nützlingen die Larven der Trauermücken erfolgreich bekämpfen.

  • 3 Mio. Nematoden für 30 Pflanzen oder 6qm
  • biologische Schädlingsbekämpfung
  • Anwendung im Haus und Garten

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Einsatz von Raubmilben

Wenn man auf biologischem Wege Trauermücken bekämpfen möchte, kann dies auch mit der Hilfe von Raubmilben geschehen. Diese Milben sind im Torfsubstrat enthalten, welcher für verschiedene gärtnerische Zwecke verwendet und auf dem Hauptsubstrat verteilt wird. Die Raubmilben fressen dabei die Larven auf. Nach vollständigem Leerfraß können diese Nützlinge sogar noch einige Tage bis zu mehreren Wochen ohne Nahrung auskommen. Aus diesem Grund werden die Raubmilben bevorzugt bei Pflanzenzüchtern zwecks Vorbeugung gegen verschiedene Schädlingsinsekten eingesetzt. So kommen sie auch bei der Bekämpfung von Larven, Puppen oder Springschwänzen zum Einsatz.

Sofern Sie Trauermücken bekämpfen möchten, sind die Raubmilben für den biologischen Einsatz im Garten, in Gewächshäusern und auch im Haus bei Topf- und Zimmerpflanzen ideal geeignet. Trotzdem bedarf es einige Zeit und vor allem Geduld, die Larven vollständig zur Strecke zu bringen. Die Menge der Raubmilben spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Als vorbeugende Maßnahme und ohne das Vorhandensein von Schädlingen reichen circa 100 Tiere pro Quadratmeter. Die Bekämpfung der Trauermücken an schon bestehenden Schadstellen, lässt sich mit ungefähr der doppelten Anzahl an Raubmilben bewältigen. Ist ein sehr starker Befall gegeben, muss der Einsatz der Raubmilben nach zwei Wochen wiederholt werden.

Nachteilig sei zu erwähnen, dass die Raubmilben nur die Larven der Trauermücken bekämpfen können. Das adulte Insekt, die erwachsene Trauermücke, nimmt keinen Schaden. Der große Vorteil beim Einsatz von Raubmilben ist aber die natürliche Art der Schädlingsbekämpfung. Außerdem wird die Struktur der Pflanze komplett erhalten: Die Pflanze nimmt demnach keinerlei Schaden, da die Raubmilben ihr Interesse nur den Larven der Trauermücke widmen.

Einsatz des Bacillus thuringiensis

Auch Bakterien eigenen sich gut um Trauermücken bekämpfen zu können. Im Speziellen kann hier das Bakterium Bacillus thuringiensis verwendet werden. Die Sporen der Bakterien enthalten bestimmte Eiweiße, die für die Trauermückenlarven giftig sind und zum Tode führen. Da es sich bei dieser Methode um einen passiven Prozess zum Trauermücken bekämpfen handelt, dauert diese Methode deutlich länger als die bisher vorgestellten. Dafür können die Bakterien aber auch vorbeugend eingesetzt werden, um einen erneuten Befall zu verhindern.

Neudorff Raupenfrei Xentari

Biologische Bekämpfung der Trauermückenlarven mit dem Bacillus thuringiensis.

  • nützlingsschonend
  • nicht bienengefährlich
  • 1 g in 1 Liter Wasser bei Zierpflanzen auflösen

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Einsatz von fleischfressenden Pflanzen

Genauso wie bei der Bekämpfung von Fruchtfliegen, kann man fleischfressende Pflanzen* auch zur Abwehr von Trauermücken verwenden. Hierbei eignen sich die Pflanzen selbstverständlich nur zur Bekämpfung von kleineren Populationen oder ebenfalls wie der Bacillus thuringiensis zur Prävention. Wer fleischfressende Pflanzen aber schon immer interessant gefunden hat, kann mit diesen Pflanzen nichts falsch machen. Sie sehen gut aus und das ein oder andere ungebetene Insekt wird auch noch gefressen.

Trauermücken bekämpfen mittels chemischer Maßnahmen

In den vergangenen Jahren stand der Einsatz von synthetischen Insektiziden bei einem Massenbefall an vorderster Stelle. Heute hingegen eignen sich auch günstigere Universalinsektizide zum Trauermücken bekämpfen. Dies sollte allerdings immer die allerletzte Wahl sein.

Celaflor Schädlingsfrei Careo Combi-Granulat (Wirkstoff: Acetamiprid)

Das Celaflor Schädlingsfrei Careo Combi-Granulat* wirkt einerseits gegen die Vermehrung der schädlichen Insekten wie Spinnmilben sowie Schild- und Blattläuse. Andererseits wird als Nebenwirkung für das Granulat die erfolgreiche Bekämpfung von Trauermücken angegeben.

COMPO BIO Insekten-frei Neem (Wirkstoff: Azadirachtin)

Das COMPO BIO Insekten-frei Neem* ist auf einem breiten Spektrum gegen verschiedene Schädlinge wie beispielsweise Kartoffelkäfer, Blattläuse oder Weiße Fliege wirksam. Mit dem Insekten-frei Neem lassen sich selbstverständlich auch die Trauermücken bekämpfen. Es ist im Garten, Haus, auf dem Balkon oder der Terrasse anwendbar und schützt Gemüsepflanzen, Kräuter sowie Topf- und Zierpflanzen.

Schädlingsfrei Lizetan Gießmittel AZ (Wirkstoff: Azadirachtin)

Das Lizetan Gießmittel AZ* kann sehr effektiv Trauermücken bekämpfen. Die geruchslose und pflanzenverträgliche Gießanwendung lässt sich problemlos auch in Innenräumen oder Wintergarten durchführen.

Derartige Pflanzenschutzmittel sind zwar schnell wirksam, können aber auch durch deren Wirkstoffe zu starken gesundheitlichen Schäden oder Nebenwirkungen bei Mensch und Tieren führen. Deshalb ist es wichtig, diese Mittel vorsichtig einzusetzen beziehungsweise vor Anwendung stets die Produktinformationen durchzulesen und diese zu befolgen!

Hausmittel zur Bekämpfung

Um die lästigen Trauermücken bekämpfen zu können, greift der Gartenfreund und Pflanzenliebhaber vor dem Einsatz der Chemiekeule logischerweise auf die guten alten Hausmittel zurück. Wenn man bedenkt, dass die meisten Mittel schon über Generationen hinweg weitergetragen wurden, hat sich deren Wirksamkeit auch bewährt. Sicherlich spielen hier auch die jeweiligen Gegebenheiten eine Rolle, doch durch das Experimentieren unserer Vorfahren können wir umso leichter die Trauermücken bekämpfen.

Streichhölzer

Streichhölzer finden sich in jedem Haushalt. Dabei steckt man mehrere Hölzer kopfüber in die Blumenerde. Die Schwefelbestandteile am Zündkopf sorgen dafür, dass die Larven abgetötet werden und sich die schwarzen Fliegen nicht weiter einnisten. Die Zündhölzer müssen regelmäßig ausgewechselt werden.

Backpulver

Backpulver ist wirksam gegen viele Insekten. Es wird gleichmäßig auf die Erde verteilt und mit einem Zerstäuber befeuchtet. Die Larven nehmen das Pulver auf und gehen ein. Auch die Trauermücken reagieren empfindlich beim Kontakt mit dem Pulver. Alternativ lassen sich auch durch die Verwendung von kleingeschnittenem Knoblauch die Trauermücken bekämpfen.

Petersilie

Petersilie kann auch die Trauermücken bekämpfen. Einige Stängel Petersilie werden klein geschnitten und auf die Blumenerde gestreut. Die Wirkung zeigt sich darin, dass speziell diese Pflanze von den Mücken gemieden wird.

Schnittlauch

Für clevere Gärtner lassen sich die Trauermücken bekämpfen, indem sie den Schnittlauch nutzen. Als Randbepflanzung von Gemüsebeeten oder im Gewächshaus vertreibt er durch den intensiven Geruch die Trauermücken wie von Geisterhand.

Einem Befall vorbeugen

Trauermücken mögen die Feuchtigkeit und das feuchte Klima. Besonders Gewächshäuser, in denen es sehr warm und feucht ist, bieten den Tierchen paradiesische Bedingungen. Hier sollte speziell auf dauerfeuchte Bereiche am Fundament oder unter Tischen geachtet werden. Beim Trauermücken bekämpfen im Gewächshaus, wird die feuchte Stelle mit Kalk bestäubt oder auf offenen Böden eine Kiesschicht aufgebracht.

Um das Einnisten der Trauermücke im Blumentopf zu verhindern, muss immer Sorge dafür getragen werden, dass die obere Erdschicht im Topf nicht andauernd feucht bleibt. Beim Trauermücken bekämpfen im Blumentopf, wird einfach die Erde mit Sand, kleinen Kieselsteinen oder Kalk bedeckt. Vermeiden Sie stets stehendes Wasser in Blumentöpfen!

Mit dem Einsatz von Quarzsand kann man ebenfalls einem Befall mit Trauermücken vorbeugen. Hierbei wird ein Teil der Erde aus dem Blumentopf entnommen und eine Quarzsandschicht aufgebracht. Sie dient sozusagen als eine natürliche Sperre. Mit der restlichen Blumenerde deckt man die Quarzsandschicht wieder ab. Achtung! Die Pflanze darf jetzt nur noch von unten gegossen werden, damit die obere Schicht trocken bleibt.

Randnotiz – Trauermückenlarven sind auch Nützlinge!

Die Larven der Trauermücke sind neben ihrem anhaftenden Schädlingsdasein auch wertvolle Nützlinge. Sie zählen zu den wichtigsten Tieren, die in den Wäldern das Laub zersetzen und somit einen bedeutenden Bestandteil der Nahrungskette darstellen.

Sie haben festgestellt, dass es doch keine Trauermücken sind, die sich in Ihrer Wohnung angesiedelt haben. Vielmehr fallen Fruchtfliegen über Ihr Obst her? Dann brauchen Sie Fruchtfliegenfallen, mit denen Sie die kleinen Fliegen effektiv bekämpfen können. In diesem Fall stöbern Sie doch gleich in unserer Auswahl der besten Fruchtfliegenfallen und sagen den Fruchtfliegen den Kampf an.